Von fremden Ländern in eigenen Städten | DIE WELT IST NEBENAN: EINE LITERARISCHE WANDERUNG IM, UM UND ÜBER DAS MULTIKULTURELLE BAHNHOFSVIERTEL
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DIE WELT IST NEBENAN: EINE LITERARISCHE WANDERUNG IM, UM UND ÜBER DAS MULTIKULTURELLE BAHNHOFSVIERTEL

Fr, 04. August, 19 Uhr

 

DIE WELT IST NEBENAN:
Eine Literarische Wanderung im, um und über das multi-kulturelle Bahnhofsviertel

 

Pamela Granderath, Frank Schablewski, Mithu Sanyal, Horst Eckert / Literaturbüro NRW

Um die Welt zu und deren Geschmack und Geräusche erleben zu können, müssen Düsseldorfer nicht ins Flugzeug steigen. Es reicht völlig, sich zum Bahnhof zu begeben und die ihn umgebenden Straßen zu durchstreifen. In den Bäckereien Casablanca und Tanger in der Ellerstraße wird man direkt in den marokkanischen Himmel katapultiert. Wer sich eine Rastafrisur zulegen möchte, ist in den Headshops an der Kölner Straße gut aufgehoben, und den besten Frappé außerhalb Griechenlands kann man in den Straßencafés an der Bismarckstraße zu sich nehmen. Winkende Glückskatzen, Ess-Stäbchen, eine unüberschaubare Auswahl an Nudeln und vieles andere mehr bieten die Asiensupermärkte rund um die Achse der Oststraße an, deren intensiver Geruch je nach Gusto magisch anzieht oder die Nase rümpfen lässt.

 

Rund um den Hauptbahnhof haben die unterschiedlichen Nationalitäten sich selbst ein Stück Heimat in der Fremde geschaffen und für die eingesessenen DüsseldorferInnen fremde Welten in der unmittelbaren Nachbarschaft erstehen lassen: exotisch und alltäglich zugleich. Jeden Tag, rund um die Uhr. Dabei freuen sich nicht alle über den ‚Duft der großen weiten Welt‘: Befremdung, Angst vor Überfremdung und die damit einhergehenden Ressentiments sind andere Gefühlswelten, die hier entstehen.

 

Seit Januar 2016 hat das Literaturbüro NRW seinen Standort an der Bismarckstraße 90 im Gerhart-Hauptmann-Haus, also genau im Herzen dieses multikulturellen Viertels. Da liegt es nahe, die hiesige Multiethnizität und deren Potenzial zum Thema eines Projekts zu machen:

 

 

„Die Welt ist nebenan!“ heißt es, wenn im Rahmen einer langen Erlebnistour das Viertel um den Düsseldorfer Hauptbahnhof literarisch beleuchtet wird: Vier Düsseldorfer AutorInnen wurden beauftragt, zu jeweils einer dieser Welten einen ganz persönlichen Text zu verfassen, dessen Form völlig offen ist: Möglich sind Lyrik, Prosa oder eine dramatische Szene, ein Krimi, eine Liebesgeschichte etc. Pamela Granderath, erklärte Griechenlandexpertin mit Schreibtisch auf einer griechischen Insel, widmet sich den „Griechenstraßen“, die vom Hauptbahnhof in die Innenstadt führen. Frank Schablewski, der 2016 ein halbes Jahr in Istanbul verbrachte, lotet die türkische Community aus. Die in der Ellerstraße beheimatete Mithu Sanyal, die neben deutschem auch indisches und polnisches Blut in den Adern hat, widmet sich dem vielfältigen „Maghreb-Viertel“, und Horst Eckert, der gerne mal einen Urlaub bei seinen nach Südafrika ausgewanderten Familienmitgliedern verbringt, siedelt seine Story inmitten der afrikanischen Lebensmittelläden und Frisiersalons auf der Kölner Straße an.

 

Die AutorInnen starten mit dem Publikum eine abendlich-nächtliche Erkundungstour mit Stationen an jeweils passenden Orten: Das kann ein griechisches Reisebüro genauso sein wie ein türkisches Restaurant oder ein afrikanischer Headshop. Dort stellen die AutorInnen ihre Texte vor und diskutieren bei den sogenannten „landestypischen“ festen und flüssigen Spezialitäten mit den ausländischen GastgeberInnen und dem Publikum: Welche Klischees tauchen auf und wie wird damit umgegangen? Mit welchen besonderen sprachlichen Mitteln wird auf die Umgebung reagiert? Welche Überraschungen erleb(t)en die VerfasserInnen im Laufe des kreativen Prozesses und welche erleben die Lesenden?

Literaturbüro NRW

 

 

Horst Eckert, 1959 in Weiden/Oberpfalz geboren, lebt seit 29 Jahren in Düsseldorf. Er studierte Politische Wissenschaft und arbeitete fünfzehn Jahre als Fernsehjournalist. 1995 erschien sein Debüt „Annas Erbe“. Seine Romane gelten als „im besten Sinne komplexe Polizeithriller, die man nicht nur als spannenden Kriminalstoff lesen kann, sondern auch als einen Kommentar zur Zeit“. Sie sind in mehrere Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet.

 

Pamela Granderath wurde in Duisburg geboren und wuchs in Düsseldorf auf, wo sie immer noch lebt. 1995 erschien der erste Lyrikband, dem viele weitere Publikationen folgten. Sie lebt in Düsseldorf  als  Lyrikerin, Moderatorin und Publizistin, außerdem konzipiert und realisiert  sie Literaturprojekte aller Art und Schreib-Projekte für Menschen aller Generationen.  Unter anderen Auszeichnungen erhielt sie den Literatur-Förderpreis der Stadt Düsseldorf.

 

Dr. Mithu Melanie Sanyal wurde 1971 als Tochter einer polnischen Mutter und eines indischen Vaters in  Düsseldorf Oberbilk, geboren, wo sie mit ihrer Familie auch heute lebt. Sie studierte Germanistik, Anglistik, Poetik und Ästhetik sowie Literaturvermittlung, und Medienpraxis. Sie arbeitet als freie Publizistin für verschiedene Medien, 2009 erschien „Vulva – die Enthüllung des unsichtbaren Geschlechts“ und 2016 „Vergewaltigung – Aspekte eines Verbrechens“.

 

Frank Schablewski wuchs in Hannover auf und studierte ab 1985 bildende Kunst und Literatur in Düsseldorf. Seitdem entstehen interdisziplinäre Arbeiten mit Künstlern zu eigenen Gedichten. Außerdem entwickelte sich eine intensive Auseinandersetzung als Dichter und Performer mit Tänzern und Choreographen über Tanz und Sprache. Neben dem literarischen Schaffen entstehen Katalogtexte und literarische Kunstreden, sowie Übertragungen aus dem Englischen und dem Hebräischen. Frank Schablewski erhielt zahlreiche Preise und (Auslands)stipendien

Format:
Lesetour

 

Ort:
Treffpunkt vor dem Literaturbüro NRW, Bismarckstraße 90

 

Anmeldung:
erforderlich unter maren.jungclaus@literaturbuero-nrw.de, Tel.: 0211-8284590

 

Teilnahmegebühr:
5 €

 

Veranstalter:
Literaturbüro NRW

 

Sonstiges:
Auf allen Führungen gilt die StVO!