Von fremden Ländern in eigenen Städten | Andreas Siekmann
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Andreas Siekmann

ANDREAS SIEKMANN
ALLGEMEIN, UNMITTELBAR, FREI, GLEICH UND GEHEIM


 

Ort:
Dreieckstraße / Ecke Lessingstraße

 

Öffnungszeiten:
24/7

ALLGEMEIN, UNMITTELBAR, FREI, GLEICH UND GEHEIM

 

Allgemein, unmittelbar, frei, gleich und geheim. Diese Eigenschaftswörter charakterisieren das Recht auf Wahlen im Artikel 32 des Grundgesetzes. Sie sind Bestandteil der grundsätzlichen Bürgerrechte in Deutschland und in der EU.
Seit den 1980er-Jahren gibt es immer wieder die Forderung, diese Bürgerrechte auf alle auszuweiten, die in Deutschland wohnen, arbeiten, konsumieren, Miete und Steuern zahlen – das heißt: leben. (Als Beispiele seien hier die Forderung von Aydin Akin „Wahlrecht für Tispjg“ – benannt nach den Anwerbeländern für Gastarbeiter Türkei, Italien, Spanien, Portugal, Jugoslawien und Griechenland –, das „Wahlrecht für Alle“ von der Initiative Citizens for Europe und das Projekt „Politische Partizipation ohne Wahlzettel“ von LAMSA bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2016 zu nennen.) Die Forderung nach politischer Teilhabe wird immer wieder abgewehrt, weil die politische Konjunktur von Xenophobie und nationalen Ressentiments seit den 1990er-Jahren kontinuierlich wächst und von allen politischen und institutionellen Akteuren anscheinend bedient und auch gefüttert werden muss.

Deswegen sind die Wahlkabinen in dieser Arbeit ein unerreichbares Projekt.

Die Wände des Bauzauns zeigen einen Zusammenhang zwischen Arbeitsmigration, Flüchtlingen und den fehlenden Bürgerrechten, und zwar in Form einer Dynamik. Die Dynamik besteht zwischen dem Push-und-Pull von billigen Arbeitskräften für eine Ökonomie, die durch Waffen- und Exportüberschüsse die ungewollten Migranten als überflüssige und latente Arbeits-Ersatzarmee mitproduziert. Wahrgenommen als mögliche Konkurrenten, sind sie immer wieder aufs Neue bedroht von der Propaganda und der Entladung von Wirtschaftsangst in faschistischen Pogromen.