Von fremden Ländern in eigenen Städten | Ines Doujak
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Ines Doujak

INES DOUJAK
THE NEW SILK ROAD

 

Ort:
Ausstellungszentrum im ehem. Lokal
„Artrium“,
Torpassage neben Bibliothek,
Bertha-von-Suttner-Platz 1

 

Öffnungszeiten:
Mi–So, 12–20 Uhr

THE NEW SILK ROAD

 

„Während des 18. Jahrhunderts kamen die Männer der militarisierten Ost-Indien- Kompanie in Bengalen zu großem Reichtum. Mit diesem erwarben sie unter anderem chinesisches Tafelservice für ihre englischen Landhäuser. Als Beweis ihres elitären Standes ließen sie in Kanton auf jedes Stück ihr Wappen malen. Kanton war der einzige Teil Chinas, in dem ausländische Kaufmänner – unter strengen Auflagen – Handel treiben durften. Unter dem neuen kolonialen Geldadel erfuhr das Wappen, ursprünglich Teil einer Welt mittelalterlicher Rüstungen und Rittermythen, eine Renaissance. Für den Namen seines ehrgeizigen ‚One Belt, One Road‘ Projekts hat das moderne China auf die mittelalterliche Vergangenheit Asiens zurückgegriffen. Ein Teil dieser sogenannten ‚Neuen Seidenstraße’ umfasst die Öffnung neuer Seewege und die Kontrolle strategisch wichtiger Häfen in Asien und Europa, der andere Teil Landwege mit Zügen und Straßen. Züge verkehrten direkt zwischen Chonqing, Duisburg und Düsseldorf; dem Projekt wurde globale Bedeutung beigemessen. In der Zeit nach Kolumbus wurde Handel zu einem von Nationalstaaten getragenen und von Gewalt geprägten Geschäft. Heute wird dem chinesischen Projekt vorgeworfen, dass es mit seinem Handel und der ihm zugrundeliegenden Logistik selbst eine Form von Gewalt darstelle. Wenn der internationale Handel schneller wächst als die Weltwirtschaft und Investitionen in die Logistik dem in Nichts nachstehen, scheint das eine hochgradig selektive Befürchtung zu sein.“
Ines Doujak

Ines Doujak entwirft für die Ausstellung nicht nur eine Kollektion, die sich in der Modestadt Düsseldorf mit den Problematiken der neuen Seidenstraße auseinandersetzt. Sie bietet sie auch im eigens dafür eingerichteten Laden zum Verkauf an und präsentiert sie in einer besonderen Modenschau auf dem Bertha-von-Suttner-Platz. Gleichzeitig besetzt sie einschlägige Schaufenster mit ihren „Plünderern“ und okkupiert sie für die Kollektion, die den Ausstellungsbesucher so durch den Stadtraum begleitet.