Interdisziplinäres Ausstellungsfestival im öffentlichen Raum des Düsseldorfer Bahnhofsviertels
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Ausstellung 2018

mit

 

Maximiliane Baumgartner | Alex Wissel
Neil Beloufa
Ines Doujak
Manuel Graf
Jan Hoeft
Christine & Irene Hohenbüchler
Jörg Lukas Matthaei
Christian Odzuck
Natascha Sadr Haghighian
Andreas Siekmann
Katharina Sieverding
Pola Sieverding

STADT UND GESELLSCHAFT: DAS BAHNHOFSVIERTEL

 

Städte und urbane Zusammenhänge entwerfen sich entlang verschiedener räumlicher, ökonomischer und sozialer Sequenzen, die man als Syntax der Stadt beschreiben könnte. Als solche sind diese auch immer ein Bild gesellschaftlicher und sozialer Verhältnisse. Gerade wo der öffentliche Raum mehr und mehr zurückgedrängt wird, scheint der Besitz von Raum eine wesentlich größere Rolle zu spielen als die Handlungen, die in ihm stattfinden.
Das Projekt untersucht in diesem Sinne das Bahnhofsviertel als städtische Sequenz, die nicht nur als klassischer Interims- und Passagenraum von Interesse ist, sondern auch als Empfangsort der Städte. Wie kaum ein anderes Quartier beherrbergt es heterogenste gesellschaftliche Gruppen, Nationalitäten und Ethnien, Religionen und Ökonomien, die sich hier nebeneinander in einzigartiger Heterogenität organisieren. Es bildet den Übergang vom Globalen zum Lokalen, vom Internationalen zum Ort, den symbolischen Übergang von der Welt zum Selbst.

 

UNTER DRUCK

 

Das Bahnhofsviertel, das durch verschiedene aktuelle Ereignisse (Köln, Düsseldorf) wiederum in die Diskussion geraten ist, steht ökonomisch unter Druck. Denn der Rückzug von Bahn, Post und anderen Großakteuren bietet Städten und Investoren attraktive ökonomische Möglichkeiten im Zentrum der Städte- dies zudem an Orten, deren Akteure meist keine Lobby haben und leicht verdrängt werden können.

 

MODELL UND MIKROKOSMOS GLOBALER SPANNUNGSFELDER

 

Das Projekt untersucht diese städtische Typologie als lokales Modell internationaler Spannungsfelder zwischen globaler Fluktuation und Heimat, zwischen Flucht und Migration, zwischen Multikulturalität und der forcierten  Konfrontation verschiedener Kulturen. Wie spiegeln sich Fragen nach neuen Formen transnationaler Identitätsbildung , transreligiösen Koalitionen oder neuen Lebenskonzepten im konkreten Duktus der Städte? Wie bilden sich am selben Ort reaktionäre, nationale oder fundamentalistische Tendenzen ab? Welche Rolle spielt Kultur bei der Reorganisation dieser Quartiere? Wie kann eine Emanzipation der lokalen Akteure in neuen Planungsentwicklungen evident werden?

 

AM BEISPIEL DÜSSELDORFS

 

Das Düsseldorfer Bahnhofsviertel bildet für diese Fragen einen konkreten Arbeitshintergrund. In einer der wohlhabendsten Städte Deutschlands gelegen bildet es eine letzten Problemzone im Zentrum der Stadt. Als zergliedertes und stak fragmentiertes Terrain scheint ihm jegliche städtische Organisation zu fehlen. Zwischen „Maghreb- Viertel“ und Kulturinseln, Rotlichtmilieu und Projekträumen, Drogenszene und Asylbewerberheim entwickelt sich hier gerade deshalb eine komplexe soziale Melange mit hohem Spannungspotenzial. Zwischen einer gelebten Multikulturalität, aktuellen Radikalisierungstendenzen nationaler und religiöser Natur und einem subkulturellen Milieu, das die letzten heterogenen Zonen der Stadt mit zahlreichen Projekträumen und künstlerischen Initiativen aufsucht, entwirft sich ein Ort, der zudem im Umbruch ist. Große Bauvorhaben und die Umwidmung des Viertels zur Kulturzone stehen an.

 

PROJEKTSTRUKTUR: INTERDISZIPLINÄRE FRAGEN – INTERNATIONALER DISKURS

 

Das Projekt untersucht diese Fragen im Dialog mit internationalen Künstlern aus bildender Kunst, Theater, Tanz, Musik oder Film, besonders aber auch mit den Akteuren vor Ort. Vor dem Hintergrund einer komplexen stadträumlichen Recherche, die sich im Jahr 2017 öffentlich präsentiert, werden 2018 kontextbezogene, künstlerische Projekte zusammen mit den Akteuren desRaumes erarbeitet. Ob Bahnhofsmission oder Asylbewerberheim, Kulturverein oder Projektraum: die Akteure vor Ort werden Partner des Projekts.

 

LANGZEITPROJEKT MIT NACHHALTIGEN ZIELEN: PROGRAMM 2017 – 2019

 

Das Projekt begreift sich als Langzeitprojekt, das sich über 3 Jahre hin erstreckt. In einer öffentlichen Forschungsphase im Jahr 2017 wird mit Künstlern, Stadtforschern und der Bevölkerung den Narrativen des Stadtraums “Bahnhofsviertel nachgegangen. Das Projekt stellt sich damit dem Viertel und den Stadtbewohnern vor.

 

Im Jahr 2018 zeigen sich die Ergebnisse dieser Forschungsphase in einem großen Ausstellungsfestival mit Kunst im öffentlichen Raum, Theater- und Tanzproduktionen, Filmprojekten und Kooperationen mit den Anliegerndes Viertels. Der Prozess wird begleitet von einer Diskussion, die nachhaltige Erkenntnisse für aktuelle und folgende  lanungsprozesse generiert. Ziel ist eine Stadtentwicklung durch Kunst und Kultur, die zur Bildung des sogenannten “Kulturbogens Hauptbahnhof” führt.

 

ARBEITSPHASEN

 

Phase 1: Öffentliche Forschungsphase 2017 / Prolog
23.6. – 6.8. 2017
Phase 2: Ausstellungsphase 2018 (Ausstellung, Projekte, Programm)
Sommer 2018
Phase 3: Stadtplanungsphase 2017 – 2019 (permanenter Austausch)
Gesamter Projektzeitraum