Von fremden Ländern in eigenen Städten | CORBEAUX
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CORBEAUX

Sa, 30. Juni 17 Uhr

 

„CORBEAUX“
Bouchra Ouizguen

 

tanzhaus nrw

Eine Gruppe Frauen, in schwarz gekleidet und mit weißen Kopftüchern gekrönt, überschwemmt den Platz gleich einer Schar Raben. Ihre Rufe, die sich von stiller Präsenz bis zum wogenden Chor steigern, hallen aus der Umgebung wider. Tief aus dem Körper tragen die eindrücklichen Laute über den Platz, bevor sich die Zusammenkunft in einem fröhlichen Reigen auflöst.

 

Mit „Corbeaux“ reklamiert die marokkanische Choreografin Bouchra Ouizguen mit ihrem ausschließlich weiblichen Ensemble Raum und Sichtbarkeit und wirft Fragen nach der Handlungsmacht von Frauen im öffentlichen Raum auf. Gleichzeitig weist das gemeinsame Rufen, Tanzen und Singen auf Fragen der Gemeinschaftsbildung und der Weitergabe von Wissen über Generationen hinweg hin. Die Bewegungen und Rufe sind überlieferten Riten entlehnt und fügen sich in eine beeindruckende Klangskulptur. Dabei wird deutlich, was Bouchra Ouizguen antreibt: Sie ist überzeugt, dass die tradierten Formen die zeitgenössischsten sind. Allein dass sie existieren ist ein Beweis dafür, denn würden sie nicht immer im Jetzt aufgegriffen, wären sie schon längst ausgestorben.

 

Bouchra Ouizguen kam mit 16 Jahren als Autodidaktin zum Tanz. Seit 1998 engagiert sie sich in der Entwicklung der lokalen Tanzszene in Marrakesch. Ihre Arbeiten sind von ihrem Interesse an Film, Literatur und Musik geprägt und untersuchen die marokkanische Gesellschaft und ihre neueren wie auch tradierten Kunstformen. Mit Taoufiq Izeddiou gründete sie die Initiative „Anania Association“ und arbeitete u.a. mit Mathilde Monnier und Boris Charmatz zusammen, bevor sie die Compagnie O. gründete. 2010 wurde sie mit dem „Prix de la révélation chorégraphique“ der SACD sowie mit dem Kritikerpreis der französischen Gewerkschaft Théâtre, Musique, Dance ausgezeichnet.

 

„Corbeaux“ findet an weiteren Tagen und unterschiedlichen Orten statt:

Fr 29.06. 17:00 Hof vor dem Museum Kunstpalast

So 01.07. 17:00 Rosengarten am Palais Spee, Stadtmuseum (tbc)

Konzept, künstlerische Leitung: Bouchra Ouizguen; Performerinnen: Kabboura Aït Hmad, Fatéma El Hanna, Halima Sahmoud, Fatna Ibn El Khatyb, Khadija Amrhar, Zahra Bensalem, Malika Soukri, Noura Oujoute, Hasnae El Ouarga, Miryam Faquir; Administration: Mylène Gaillon.

 

Eine Produktion von Compagnie O / Bouchra Ouizguen, gefördert durch das Institut français Marokko. Das Gastspiel findet statt im Rahmen der Programmserie „Ceremony Now!“, gefördert durch die Kunststiftung NRW, sowie im Rahmen von „Claiming Common Spaces“, einer Veranstaltung des Bündnisses internationaler Produktionshäuser, gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien. Weiterhin gefördert durch die Kunst- und Kulturstiftung der Stadtsparkasse Düsseldorf.

Format:
Tanzperformance

 

Ort:
Bertha-von-Suttner-Platz

 

Anmeldung:
nicht erforderlich

 

Teilnahmegebühr:
kostenfrei

 

Dauer:
40 min

 

Veranstalter:
tanszhaus nrw