IN ZUKUNFT – EIN RUNDGANG ZUR URBANEN ENTWICKLUNG DES BAHNOFSVIERTELS
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IN ZUKUNFT – EIN RUNDGANG ZUR URBANEN ENTWICKLUNG DES BAHNOFSVIERTELS

Für viele ist das Bahnhofsviertel ein problematischer Ort im sonst so wohlsortierten Düsseldorf. Ob als Empfangsort am Hauptbahnhof selbst, als Passagenraum zwischen Worringer Platz und Konrad-Adenauer-Platz oder als Lebensraum in den letzten Wohnvierteln um die Eller-, Friedrich-Ebert- und Scheurenstraße: Der Stadtraum wirkt fragmentiert, gebrochen, undynamisch und abweisend.

 

Dies hat seinen Grund. Seit langem wird er immer nur in Teilbereichen neu gedacht und immer wieder mit planerischen Ideen konfrontiert, die rein seiner ökonomischen Nutzung geschuldet zu sein scheinen. Ob die maßlosen Bauten der 80er Jahre von Deutscher Post wie auch am Bertha-von-Suttner-Platz und Immermannhof oder die fatale Verkehrsführung, die kaum eine Passage zu Fuß oder per Rad zulässt: Nahezu überall fehlt das menschliche Maß und ein zusammenhängendes Denken, das sich an den Nutzern des Raumes orientiert.

 

Dabei hat das Viertel einiges zu bieten. Gerade hier hat sich eine vielfältige Gemengelage aus verschiedensten Akteuren nahezu unsichtbar zusammengefunden. Versteckte Qualitäten und die multikulturellen Potenziale des Viertels nicht nur zu erhalten, sondern als Basis für seine zukünftige Entwicklung zu nehmen, scheint ein Gebot der Stunde.

 

In diese Situation mischen sich in naher Zukunft verschiedene Bauvorhaben. Gleich gegenüber dem tanzhaus nrw entsteht auf dem Gelände der ehemaligen Post ein neues Wohngebiet. Das Postamt am Konrad-Adenauer-Platz soll zum Kulturzentrum mit Bibliothek, Theatermuseum und dem FFT Düsseldorf  werden. Der Bahnhofsvorplatz selbst wird neu gestaltet werden, der Planungsprozess wurde aktuell begonnen. An der Harkortstraße entwickelt ein Investor eine Hotelmeile, durch die auch eine neue Verbindung nach Bilk entstehen kann.

 

Diese Situation stellt die Frage nach der Zukunft des gesamten Gebiets. Wie werden die einzelnen Investitionen räumlich verknüpft und wie werden sie zusammen gedacht? Setzt man weiterhin auf die mehr oder weniger isolierte Entwicklung spezifischer Terrains oder initiiert man seitens der Stadt einen integrierenden Kommunikations- und Planungsprozess, bei dem auch die Beziehungen der jeweiligen (Stadt-)Teile zueinander berücksichtigt werden? Werden Beteiligungsprozesse als effektives Zusammenarbeiten zwischen den Nutzern des Raumes, der Stadtgesellschaft und den planenden Behörden wirklich in Gang gesetzt oder bleibt es bei einer reinen Inszenierung von Partizipation? Öffnen sich die neuen Kulturbauten und ihre Akteure zur Stadt hin oder entstehen weitere isolierte Kulturhochburgen? Interessieren sich Investoren für die Schnittstellen mit ihrem Umfeld oder entstehen wieder sozial brisante Konfrontationen im Stadtraum?

 

An dieser hochspannenden Schnittstelle zur Zukunft des Viertels wird sich zeigen, in welche Richtung sich Düsseldorf orientiert. In einer Zeit, da die Möglichkeiten und Methoden eines aktiven Austauschs und der Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren der Stadt lange erprobt und hoch entwickelt sind, besteht die Möglichkeit, das Bahnhofsviertel erstmals in einem gemeinsamen, interdisziplinären Dialog zu entwickeln. Stadtplanung und Kulturadministration, Investoren und Anlieger, kulturelle Akteure und Unternehmer, Politik und Anwohnerschaft können gemeinsam einen Stadtraum denken, der zukunftsfähig ist und alle Bedürfnisse und Qualitäten dieses Raums reflektiert.

 

Auf dem offenen Rundgang mit Fachleuten und Interessierten werden die Potenziale des Raumes und der Bauvorhaben allgemein verständlich und informell diskutiert. Weniger als ein Informationsrundgang denn als ein offenes Gespräch gedacht, suchen wir dabei nach Möglichkeiten, Vorstellungen und Wissen gemeinsam zu diskutieren und auszutauschen, um eine unabhängige Haltung zu den jeweiligen Vorhaben zu entwickeln.

 

Prof. Yvonne P. Doderer ist freie Architektin, Stadtforscherin, Autorin und betreibt das Büro für transdisziplinäre Forschung und Kulturproduktion in Stuttgart. Seit 2005 ist sie Professorin für Gender und Cultural Studies an der FH Düsseldorf.

 

Prof. Dr. Susanne Hauser ist Professorin für Kunst- und Kulturgeschichte im Studiengang Architektur an der Universität der Künste Berlin. Ihre Schwerpunkte sind kulturwissenschaftliche Architekturforschung sowie die Geschichte und Theorie der Stadt und der Landschaft.

 

Astrid Wiesendorf ist Mitglied der Düsseldorfer Ratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen und fachpolitische Sprecherin im Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung.

Format:
Stadtrundgang

 

Ort:
Treffpunkt wird nach Anmeldung bekanntgegeben

 

Anmeldung:
Verbindliche Anmeldung erforderlich

 

Teilnahmegebühr:
kostenfrei

 

Veranstalter:
MAP Markus Ambach Projekte GmbH

 

Sonstiges:
Auf allen Führungen gilt die StVO!