Von fremden Ländern in eigenen Städten | Katharina Sieverding
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Katharina Sieverding

KATHARINA SIEVERDING
GLOBAL DESIRE
BAHNHOFSVIERTEL DÜSSELDORF

 

Ort:
Fassade Central, Worringer Straße 140

 

Öffnungszeiten:
24/7

 

Partner:
Düsseldorfer Schauspielhaus

GLOBAL DESIRE BAHNHOFSVIERTEL DÜSSELDORF

 

In einem 200 Meter langen Bilderfries unter dem Titel „Global Desire Bahnhofsviertel Düsseldorf“ verhandelt Katharina Sieverding assoziativ wie konkret den Zustand des Realen vor dem Hintergrund aktueller politischer und sozioökonomischer Entwicklungen. Ausgehend von einem ephemeren Bild historischer Größe entwickelt sie eine kinematografische Bildfolge, die Fragen nach komplexen gesellschaftlichen Diskursen stellt:

 

„KIM JONG-UN lässt amüsiert das AMAZON FULFILLMENT-CENTER PHX6 in Phoenix, Arizona mit sieben Begleitern hinter sich. Was bedeutet dieses Fragment, dieser Akt, diese Szene auf der globalen Bühne der Instanzen der einen und der anderen, aller?

 

Was bedeutet GLOBALISIERUNG / MONDIALISATION heute?

Die Entstellung, die Beschädigung der MINIMA MORALIA?

 

Zweideutigkeit ist die bildliche Erscheinung der Dialektik, das Gesetz der Dialektik im Stillstand. Dieser Stillstand ist Utopie und das dialektische Bild also Traumbild. Ein solches Bild stellt die Ware schlechthin als Fetisch dar.

 

Wie man die Bedeutung der Städte mit den Menschen verbindet… “

 

– Katharina Sieverding, 2016

 

Die bisher größte Arbeit in Sieverdings Laufbahn erstreckt sich am Central, der Interimsspielstätte des Düsseldorfer Schauspielhauses, über die gesamte Länge des ehemaligen Postgebäudes. Vom Eingang des tief in die ambivalente Betriebsamkeit des Ankunftsorts Hauptbahnhof eingelassenen Hauses überspannt sie die virulente Fluktuation am Fernbusbahnhof bis hin zum prekären Worringer Platz. Durch ihre Durchgängigkeit hinterlegt die Arbeit die bisher nicht miteinander assoziierten Stadträume mit einem Subtext, der während der Passage teils unvermittelt zurückhaltend, teils monumental zwischen den Architekturen auftaucht. Sieverding organisiert die Elemente dieser urbanen Sequenz zu einem großen Tableau, um ihre verborgene Choreografie und ihre historischen, ökonomischen und politischen Konsequenzen zu diskutieren.

Markus Ambach