Von fremden Ländern in eigenen Städten | RENDEZVOUS BEIM BOX-PAPST #2
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RENDEZVOUS BEIM BOX-PAPST #2

Fr, 3. August 19  Uhr

 

RENDEZVOUS BEIM BOX-PAPST #2
Filmscreening, Gespräch und Oberbilker Lieder
Pola Sieverding
Wilfried Weiser
Michael Kohtes

19:00 Uhr
Filmvorführung: VULKANSTRASSE, 2018, 55 Minuten. Ein Film von Pola Sieverding

 

 
20:00 Uhr
Gespräch zwischen Michael Kohtes, Autor von „Boxen. Eine Faustschrift.“, Schriftsteller und Literaturredakteur, Pola Sieverding und Wilfried Weiser
 

21:00 Uhr
Wilfried Weiser singt Oberbilker Lieder, begleitet von Adam am Keyboard

 

 

In VULKANSTRASSE begleitet die Kamera Wilfried Weiser durch Fotoalben und Erzählungen seines Lebens, das eng verwoben ist mit dem deutschen Boxsport der 80er und 90er Jahre. Die Gegend um die Vulkanstraße ist der letzte Teil des ehemaligen Düsseldorfer Rotlichtviertels. In direkter Nachbarschaft zum nordafrikanisch geprägten Viertel um die Ellerstraße ist heute überall Sperrbezirk, außer am Bahndamm. Hier wurde ein Haus geschaffen, das jeder vom Zug aus sieht und kennt. Hunderte Prostituierte bieten im Hinterhofmilieu ihre Dienste an. Gleich daneben findet man die letzten Zeichen einer Legende: die Kneipe „Beim Box-Papst“ wird von außen geziert durch die Konterfeis großer Boxer, die hier teilweise tatsächlich geboxt haben. Vorne eine Kneipe mit unzähligen Fotos vergangener Siege und Protagonisten an den holzvertäfelten Wänden, die geradezu ein Prototyp der deutschen Eckkneipe ist und dahinter die Boxhalle, einst Trainingsring für Box-Weltmeister wie Graciano Rocchicciani, Henry Maske oder Daisy Lang.
Es ist eine Geschichte, die von der Entwicklung eines Viertels handelt und die Lebenstationen der dort ansässigen Menschen nachzeichnet. Es geht um Körper, die in den Ring steigen oder sich auf der Strasse anbieten, die Erleichterung im Alkohol suchen und sich sehnen nach einem Früher und selber mit dem Alter konfrontiert sind. Es sind Figuren, die nach dem Glück suchen, es finden und wieder verlieren, deren Bühne die Strasse, vorallem aber die beleuchtete Arena ist. 
Es ist auch ein Stück Bundesrepublikanische Geschichte, die im Millieu erzählt wird und den Stadtteil Oberbilk in Düsseldorf, geprägt durch die Stahlindustrie des frühen 20. Jahrhunderts, Prostitution und Migration, dennoch nicht verlassen muss.
Format:
Filmscreening, Gespräch und Oberbilker Lieder

 

Ort:
Vulkanstraße 27

 

Anmeldung:
nicht erforderlich

 

Teilnahmegebühr:
kostenfrei

 

Veranstalter:
MAP