Von fremden Ländern in eigenen Städten | WORKING ON: WUNDERKAMMERN DES QUARTIERS
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WORKING ON: WUNDERKAMMERN DES QUARTIERS

Mo, 10. Juli  19 Uhr

 

WORKING ON: WUNDER-KAMMERN DES QUARTIERS
Eine Projektvorstellung an wundersamen Orten

 

Bahnhofsmission Düsseldorf, Irene Hohenbüchler, Anwohner des Bahnhofsviertels / Pfeifen- und Zigarrenhaus Linzbach

Veranstaltung

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► Teilnahmebedingungen und Sicherheitshinweise

Die Bahnhofsmission Düsseldorf hat ihren Sitz direkt im Auge des Hurrikans. Im Zwischengang zu den Gleisen 11/12 und 13/14, gleich neben dem Bahnhofsklo kümmern sich Barbara Kempnich und ihre MitarbeiterInnen um jene, die auf Reisen oder anderswo in Not geraten sind. Ob für Wohnungslose oder Flüchtlinge, Verirrte, Verwirrte oder Verlorengegangene: In der Bahnhofsmission findet jeder einen Ort zwischen den Orten, einen Raum, wo dieser fehlt und ein offenes Ohr, wenn einem keiner mehr zuhört.

 

Die Geschichte der Mission, mit der das Bürgertum Ende des 19. Jahrhunderts Eigenverantwortung – damals gerade für Frauen, die unwissend vom Land in die Stadt kamen – übernahm, setzt sich in immer wieder erweiterter Form fort. Im Quartiersprojekt Bahnhof und Stadtmitte zum Beispiel bieten Barbara Kempnich und Neele Behler eine intensive Auseinandersetzung mit dem eigenen Umfeld an. Aktuell entwickeln sie zusammen mit der Künstlerin Irene Hohenbüchler und den Anwohnern des Viertels ein Projekt für das Jahr 2018, in das sie am 10. Juli an zwei besonders wundersamen Orten des Quartiers – in der Bahnhofsmission und im Zigarrenhaus Linzbach – erste Einblicke geben:

 

„Im Mittelalter und in der Renaissance wurden in Wunderkammern interessante natürliche Objekte und kunstfertige oder künstlerische Produkte gesammelt, um Staunen hervorzurufen, Wissen zu erweitern und Macht zu demonstrieren. Ausgewählt wurden die Exponate nach ihrer Unverwechselbarkeit und ihrem exotischen Charakter. Je einzigartiger und wundersamer die Objekte und die Zusammenstellung, umso höher das Prestige des Sammlers – Heute gestalten Nachbarn, Einrichtungen, Akteure und Künstler Wunderkammern mit Objekten, die für sie hier wichtig sind und ihr Leben an diesem Ort veranschaulichen oder ihre Ideen, Wünsche und ihre Arbeit symbolisieren. In einer Ausstellung im Sommer 2018, die mit einem Quartiersfest eröffnet wird, zeigen wir der Öffentlichkeit, welche Schätze das Bahnhofsquartier beherbergt.

 

Für das Quartier ermöglicht dieses Projekt eine kreative Ausdrucksmöglichkeit für Bewohner*in und Nutzer*innen. Sie demonstrieren damit ihre Einzigartigkeit und die Besonderheit ihres Lebens und ihrer Arbeit sowie ihre bürgerliche Souveränität über ihren Stadtteil, indem sie ihrer Verantwortung und ihren Wünschen künstlerischen Ausdruck verleihen. Sie haben teil, zeigen sich und geben dem Quartier damit sein individuelles Gesicht. In diesem durch Verkehrsströme und starke Frequentierung dominierten zentralen Stadtteil können die Bewohner durch das Gestalten einer Wunderkammer einen kleinen Raum für sich gewinnen, in dem sie und ihre Sichtweise Gültigkeit haben und gesehen werden. Das ‚Wundersame‘ ist heute, diesen vielen individuellen Perspektiven einen künstlerischen Rahmen und öffentlich wahrgenommenen Wert zu verleihen.“

 

Barbara Kempnich und Neele Behler

Format:
Führung, Gespräch

 

Ort:
Treffpunkt in der Bahnhofsmission im Düsseldorfer Hauptbahnhof, Zwischengang zu den Gleisen 11/12 und 13/14

 

Anmeldung:
Verbindliche Anmeldung erforderlich

 

Teilnahmegebühr:
kostenfrei

 

Veranstalter:
Bahnhofsmission Düsseldorf

 

Sonstiges:
Auf allen Führungen gilt die StVO!